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Aktuelle News zum Thema Pendeln und CO2-Ausstoss

Aktualisiert: vor 6 Tagen



Pendler brauchen großes Organisationstalent und viel Freizeit

Der Arbeitsweg ist bei deutschen Arbeitnehmern im Schnitt 17 Kilometer lang - und wird künftig noch zunehmen. Die Auswirkungen für Pendler erläutert die Präsidentin des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen, Sabine Siegl, im Interview mit dem Augsburger Tageblatt Viele Menschen legen heutzutage immer weitere Wege zur Arbeit zurück. Was bedeutet Pendeln für die Arbeitnehmer? Siegl: "Mobilität, Flexibilität und Pendeln ist Fluch und Segen zugleich. Es bringt Vor- und Nachteile mit sich. Für Arbeitnehmer bedeutet es ein durchorganisiertes Leben und Stress, denn man muss diszipliniert, strukturiert und koordiniert sein. Oft sind Pendler vom Auto abhängig, so dass man Gefahr läuft zu spät zu kommen und so durch die Verkehrshektik gestresst wird. Das ist ein zusätzlicher permanenter Druck. Darüber hinaus geht durch Pendeln erholsamer Schlaf verloren. Pendler haben weniger Freizeitaktivitäten, machen nicht so viel Sport und können sich weniger selbstbestimmt erholen. Obwohl man sagt, dass Pendeln zu erhöhter Flexibilität führt, bin ich der Ansicht, dass sie zum Gegenteil führen kann - man nimmt sich ein Stück Spontanität." Ist Pendeln eine Frage der Einstellung? Siegl: "Die Einstellung zum Pendeln spielt eine große Rolle. Wenn ich mich bewusst dafür entscheide, fällt es leichter. Für Pendler kann der Arbeitsweg auch Entspannung sein, um sich auf den Tag vorzubereiten oder ihn ausklingen zu lassen. Wenn man jedoch zum Pendeln gezwungen ist und sich so fühlt, steigt die Belastung wesentlich. Gefährlich wird es, wenn Pendler kaum Entspannung, Freizeit oder Regenerationsmöglichkeiten mehr haben. Das kann zu psychischen Problemen wie Depressionen und Burnout oder körperlichen Leiden wie Schlafstörungen, Herzinfarkten oder sogar zu Schlaganfällen führen. Die Distanz von der Haustür bis zum Büro wird immer länger. Wie erklären Sie sich diesen Anstieg? Siegl: "Ein Grund dafür ist sicherlich, dass sich die Einstellung der Menschen geändert hat. Viele auch junge Leute legen heutzutage viel mehr Wert auf Familie, Freunde und Erholung- beispielsweise am Stadtrand. Karriere steht nicht über allem. Darüber hinaus legen auch die Arbeitgeber ein stärkeres Augenmerk auf ein positives familiäres Umfeld. Vielen Unternehmen fällt es zudem schwer, geeignete Mitarbeiter in der Umgebung zu finden. Aus diesen Gründen wird die Distanz zur Arbeitsstelle meiner Ansicht nach noch zunehmen." Viele Arbeitnehmer arbeiten nach Dienstschluss von zu Hause aus. Wie beurteilen sie dies? Siegl: "Von zu Hause aus zu arbeiten in Kombination mit dem Pendeln ist ein Teufelskreis. Denn es bringt keinen ersichtlichen Vorteil mehr, wenn man aufgrund der Arbeit keine Zeit für Freunde und Familie hat. Die Belastung wird noch einmal potenziert. Für den Nicht-Pendler spricht nichts dagegen, nach dem Abendessen noch einmal ein Arbeitstelefonat zu führen. Es schränkt jedoch den Erholungswert des Zuhauses ein, es ist aber nicht grundsätzlich schlecht. Dabei ist jedoch wichtig, dass man diszipliniert ist und sich bewusst einen klaren Rahmen setzt. Daher sollte das Arbeiten zu Hause eher eine Ausnahme sein." (dpa)



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ADAC


Pendeln mit dem Auto ist oft noch alternativlos Eine ADAC Umfrage zeigt, dass knapp die Hälfte der Auto-Pendler von der höheren Pendlerpauschale profitieren wird


München (ots)

Pendler mit dem Auto nehmen häufig auch längere Fahrten auf sich, um die Distanz zwischen Wohnort und Arbeitsstätte zu überwinden. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des ADAC unter Auto-Pendlern, die sich mit Fragen der Dimension und Akzeptanz des Pendelns sowie mit Ursachen für und Alternativen zum Pkw-Pendeln auseinandersetzt.

Fast die Hälfte der befragten Berufspendler überwindet demnach Strecken von 20 Kilometern oder mehr. Dieser Teil der Pendler könnte von der höheren Pendlerpauschale profitieren, mit der steigende Kraftstoffpreise kompensiert werden sollen. Im Umkehrschluss muss jedoch über die Hälfte der Auto-Pendler ohne den finanziellen Ausgleich auskommen.

Auffällig ist, dass der überwiegende Teil der Pkw-Pendler keine Möglichkeit oder Veranlassung sieht, die Trennung von Wohn- und Arbeitsort aufzulösen. 60 Prozent der Befragten geben an, dass sie keinen gleichwertigen Arbeitsplatz finden würden, der dem Wohnort näher liegt. 54 Prozent fühlen sich ihrem Wohnort emotional verbunden und nehmen das Pendeln dafür in Kauf.

Schnelligkeit, Flexibilität und Komfort der Autofahrt werden überwiegend als Vorteil gegenüber anderen Verkehrsmitteln genannt. Als nachteilig werden verkehrliche Aspekte wie Stau, rote Wellen und aggressive Verkehrsteilnehmer sowie Umweltbedenken empfunden. Dabei führt allerdings nur knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) Nachteile für das Klima als kritischen Gesichtspunkt der Auto-Nutzung an - gegenüber 57 Prozent, die sich über den Verkehr ärgern.

Hauptgrund für die Wahl des Autos ist ein fehlendes ÖPNV-Angebot - für eine Mehrheit der Pendler ist das Angebot an Bus und Bahn nicht ausreichend. Auch perspektivisch wird offenbar nicht davon ausgegangen, dass mittelfristig ein ÖPNV Angebot bestehen wird: Auto-Pendler können sich am ehesten vorstellen, eine Mitfahrgemeinschaft zu bilden.

Die Verteuerung der Kraftstoffpreise auf bis zu 18 Cent in 2026 wird für die überwiegende Mehrheit der Befragten Auto-Pendler (70 Prozent) als nicht akzeptabel empfunden. Im Rahmen des Vermittlungsverfahrens von Bundestag und Bundesrat wurde die CO2-Bepreisung inzwischen noch angehoben.

Vor diesem Hintergrund warnt der ADAC davor, bedeutende Teile der Bevölkerung beim Klimaschutz zu überfordern. Dies sollte bei der noch anstehenden Neugestaltung der Kraftfahrzeugsteuer beachtet werden. ADAC Vizepräsident für Verkehr Gerhard Hillebrand: "Pendeln mit dem eigenen Pkw entspricht der Lebenswirklichkeit vieler Menschen in Deutschland. Oft besteht auch keine echte Alternative."

Aus Sicht des ADAC wird Pendeln mit dem Auto auch langfristig notwendig bleiben, zumal es in vielen ländlichen Regionen kein ausreichendes ÖPNV-Angebot geben kann und wird. Hillebrand dazu: "Wir brauchen für echte Fortschritte beim Klimaschutz mehr grüne Auto-Mobilität. Gerade in der Fläche müssen wir die Antriebswende voranbringen, um bezahlbare und saubere Mobilität für jeden zu gewährleisten."


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Ärzteblatt.de

Berufspendler: Belastung für die Psyche


Mobile Versorgung erwünscht


Berufspendler leiden häufiger an psychosomatischen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Ängsten sowie an arterieller Hypertonie, Arthrose, grippalen Infekten und Zahnproblemen. Darauf wies Dr. med. Steffen Häfner von der Forschungsstelle Psychotherapie bei der 55. Jahrestagung des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin hin. Müdigkeit, Stress und Konzentrationsmangel infolge der langen Wege wirken sich negativ auf Arbeitsmotivation und -produktivität aus. Die verkürzte Schlafdauer halten nur die „Abendtypen“ durch. Die „Morgentypen“ geben das Pendeln im Schnitt nach zehn Jahren auf, weil es zu sehr mit ihrem Schlaf-Wach-Rhythmus kollidiert.

Die Forschungsstelle Psychotherapie untersuchte die Belastungen von Pendlern, die täglich länger als 45 Minuten in eine Richtung mit der Bahn zur Arbeit fahren. Die Auswertung der mehr als 400 Fragebögen ergab, dass die Pendler durchschnittlich drei Stunden täglich für Wegezeiten aufwenden. Männer pendeln wegen besserer Verdienst- und Karrieremöglichkeiten, weil sie ein Haus gekauft oder am Schulort der Kinder bleiben wollen. Pendelnde Frauen sind meist kinderlos und ledig. Besonders belastend erlebten die Befragten häufiges Umsteigen und Warten. Als Schutzfaktoren für die psychische Gesundheit erwiesen sich schlafen während der Fahrt, lesen, lernen oder arbeiten. Musik hören oder sich unterhalten dagegen waren nicht protektiv. Die Fernpendler gaben an, medizinische Versorgung oder Psychotherapie wegen der fehlenden Zeit kaum in Anspruch nehmen zu können. Die Frage, ob sie mobile Behandlungseinheiten im Zug oder am Bahnhof begrüßen würden, beantworteten 43 Prozent positiv. PB


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Neue Analyse : Pendler nach Mainz und Frankfurt Von Oliver Bock (F.A.Z.) -

Aktualisiert am 29.04.2020-10:15

Eine neue Analyse zu den Pendlerströmen von und nach Wiesbaden liegt vor. Die beiden Landeshauptstädte tauschen täglich 9000 Arbeitnehmer aus. Mindestens jeder Zweite, der in Wiesbaden arbeitet, wohnt somit nicht in der Stadt.

Immer mehr Menschen pendeln zu ihren Arbeitsplätzen, und sie nehmen dafür auch weite Strecken in Kauf. Das Amt für Statistik und Stadtforschung hat eine neue Analyse zu den Pendlerströmen mit bemerkenswerten Zahlen vorgelegt. Demnach kommen an einem gewöhnlichen Werktag rund 77.700 Arbeitnehmer von außerhalb nach Wiesbaden zum Arbeiten.Das ist mehr als die Hälfte der knapp 138.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Wiesbaden.


Mindestens jeder Zweite (56 Prozent), der in Wiesbaden arbeitet, wohnt somit nicht in der Stadt. Nicht berücksichtigt in dieser Statistik sind allerdings Selbständige und geringfügig Entlohnte. Rund 50.000 Auspendler verlassen die Landeshauptstadt, weil sie anderorts eine Beschäftigung haben. Verlässliche Daten zu den genutzten Verkehrsmitteln und zur Frequenz ihrer Pendelei gibt es allerdings nicht.

Fast 20.000 Arbeitnehmer und damit fast jeder vierte Einpendler kommt aus dem Rheingau-Taunus-Kreis, davon leben rund 4500 in Taunusstein. Aus Eltville sind es fast 2000, aus Idstein 1500. Mehr als jeder zehnte Beschäftigte (9000 Personen) pendelt von Mainz nach Wiesbaden, womit Mainz die wichtigste Einpendler-Quelle ist. Knapp 6500 Einpendler wohnen im Kreis Mainz-Bingen und müssen ebenso wie die Mainzer täglich den Rhein überqueren. Die knapp 6000 Arbeitnehmer aus dem Main-Taunus-Kreis haben die Salzbachtalbrücke zu überwinden, und immerhin fast 4000 kommen aus Frankfurt nach Wiesbaden.


Radius der Pendler hat sich erweitert

Die Zuwachsraten der Einpendler aus weiter entfernt liegenden Städten und Kreisen ist inzwischen höher als aus den benachbarten Kreisen. Die Stadtforscher stellen somit fest, dass sich der Radius der Pendler erweitert hat. Etwas mehr als die Hälfte aller Einpendler wohnt in einem Umkreis von 20 Kilometern. Acht Prozent legen sogar Strecken von mehr als 100 Kilometern zurück. Ob es sich bei diesen Fernpendlern wirklich um Tagespendler handelt, kann anhand der Daten nicht eindeutig festgestellt werden. Die Wiesbadener Einpendlerquote ist im Städtevergleich der Rhein-Main-Region allerdings die geringste.

Die Wiesbadener Auspendler haben ihre Arbeitsplätze vor allem in Frankfurt (knapp 13.000 Beschäftigte) und Mainz (9100). Das sind zusammen schon rund 44 Prozent aller Auspendler. Seit 2009 hat sich ihre Zahl insgesamt um 33 Prozent erhöht, und wie bei den Einpendlern legen sie auch immer weitere Strecken zurück. 45 Prozent der Auspendler legen zwischen 20 und 49 Kilometer zurück, um zum Arbeitsplatz zu kommen. Daraus ergibt sich als Fazit: Wiesbadener Auspendler legen in der Regel weitere Strecken zurück als Einpendler. Seit dem Jahr 2009 hat sich die Zahl der Auspendler fast dreimal stärker erhöht als die Zahl der Einpendler (plus zwölf Prozent). Stark zugelegt hat die Zahl der Beschäftigten, die in Wiesbaden wohnen unabhängig davon, wo sie arbeiten (plus 21 Prozent). Auch in Mainz, Frankfurt, Darmstadt und Offenbach ist die Zahl der Auspendler stark gestiegen, in Offenbach mit 60 Prozent am stärksten. Offenbach hat im Städtevergleich die höchste Auspendlerquote, Darmstadt die größte Einpendlerquote. Darmstadt liegt allerdings fast gleichauf mit Frankfurt.

Die größte Auspendlerquote verzeichnet die Branche Verkehr und Logistik. Mehr als zwei Drittel der in Wiesbaden wohnenden Beschäftigten dieses Wirtschaftszweigs haben ihren Arbeitsplatz außerhalb der Stadt. Ihr Ziel dürfte nach Einschätzung der Stadtforscher in erster Linie der Frankfurter Flughafen sein. Auch die IT-Branche verzeichnet überdurchschnittlich viele Auspendler. Unterdurchschnittlich ist die Auspendlerquote im Gesundheits- und Sozialwesen und auf dem Feld von Erziehung und Unterricht, ebenso in der öffentlichen Verwaltung, wo Wiesbaden viele Arbeitsplätze zu bieten hat.

Sowohl für Ein- als auch für Auspendler gilt: Männer pendeln eher als Frauen, und Deutsche eher als Ausländer. Beschäftigte mit einem akademischen Berufsabschluss sind die mobilste Gruppe auf dem Arbeitsmarkt. Zu den weniger mobilen Gruppen gehören Beschäftigte ohne Berufsabschluss, Auszubildende und Teilzeitbeschäftigte, für die sich aufgrund ihres geringeren Stundenkontingentes weite Strecken zum Arbeitsplatz nicht lohnen.


Quelle: F.A.Z.


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       SWR - Planet Wissen

    Video: Pendler – Was tun gegen Staus, Stress und verpasste Anschlüsse?

 

 

  Pendeln mit dem Auto oft

               alternativlos

         

            Quelle:   ADAC

Eine etwas ältere News

Berufspendler: Belastung für die Psyche

           Quelle:   Ärzteblatt

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